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Mittwoch, 17. Juni 2015

17.06.2015 "die Männer"


Ich habe Angst. Schreckliche Angst. Ich hatte bis jetzt die Sache mit meinen Männern immer total unter Kontrolle, und das ich jetzt einen möglichen Auslöser warum das passiert weiß, macht mich noch verrückter. Oder ist die Erklärung die ich mir zusammen bastle total verrückt?

Alles begann im Februar / März 2014. Ich hatte Hitzewallungen und sah Männer die nicht da waren. Als ich eines Abends schrie weil die Gestalt nicht ging, entschieden meine Eltern ich muss zum Arzt. Der Arzt fand heraus dass ich leichte Herzrythmusstörungen hatte, und schickte mich weiter ins Krankenhaus. Im Krankenhaus erzählte ich zum ersten Mal Ärzten von den Männern, sie dachten ich lüge und forschten an meinem Herzen rum. 3 Wochen. Ohne Befund. Das mein Herz öfters zum rasen began weil urplötzlich Männer im Zimmer standen, erzählte ich niemand. Auch nicht als ich zur Psychologin sollte und auch nicht als die Psychologin mich weiter zum Psychiater schob. Ich sagte „Ich sehe Sie nicht mehr. Ich schätze das kam von den Hitzewallungen aber danke für die Bemühungen!“ Mit dieser einfachen Aussage wurde ich entlassen.
Ich lernte damit zu leben, und keine Angstzustände zu bekommen, die Gestalten kamen eben hin und wieder, schauten mich kurz an und gingen wieder. Auch als sich die Sache kurzzeitig verschlimmerte blieb ich auf dem Boden der Tatsachen – Es Gibt sie nicht. Schieb keine Panik, sonst denken alle du hast nen Knall.
Ich lernte Ausreden und ich schätze niemand von meinen Freunden und von meiner Familie denkt nur kurz dass das vor einem Jahr immer noch gegenwärtig ist.
Als ich dieses Frühjahr mit einer Freundin zum Einkaufen in das nächste Dorf lief, spielten wir Wahrheit oder Pflicht. Wir liefen durch das Dorf und ich durfte der Anna eine Pflicht stellen „Okaay, geh zu den Männern dort in dem Auto und mach sie richtig billig an“ Anna schaute an das Auto und stellte fest das dort keine Männer saßen, ich verstand nicht „klar da in dem! Der mit der Cap“ Sie sah mich verwirrt an und schüttelte den Kopf. Ich sah sie an und wieder zum Auto und der Cappie Mensch und der Mann auf der Fahrerseite waren verschwunden. Ich tischte eine billige Ausrede auf und wir spielten weiter. Jedoch war dies tatsächlich ungewöhnlich, da dies das erste Mal war dass ich sie mit realen verwechselte, Ich seh die Männer auch nie so genau, es sind nur Umrisse oder eben Gestalten in Männlicher Form. Das brachte mich zum nachdenken, und ich redete zum ersten Mal mit jemanden darüber. Adrian fragte mich, ob die Männer mit mir redeten. Nein tun sie nicht, aber ich hör öfters wie man meinen Namen ruft, ich schätze das passiert jedem mal. Man will chilln dreht die Musik total auf und bäääm man denkt es ruft jemand nach einem. Ich höre aber richtig besorgte Rufe, seit dem Gespräch achtete ich auf die Rufe und stellte fest, dass es mein Papa ist der ruft, es ist eine Erinnerung daran als ich Ohnmächtig wurde in der dritten oder vierten Klasse. Seit ich das weiß bin ich ziemlich beruhigt, es ist ja nur eine simple Erinnerung und ich konnte sie immer klar erkennen. Bis ich vor ungefähr einem Monat mit den Schülern schwimmen war, ich war in der Kabine für Behinderte um einen Schüler zu wickeln und umzuziehen, redete und machte quatsch mit ihm und dachte mir nichts dabei. Bis ich auf einmal ein „Hallo?!“ und ein Klofen an der Tür hörte. Es war ein ganz klares und deutliches Hallo von einer unbekannten Stimme. Ich antwortete aber es kam keine Antwort. Ich verstand es nicht und antwortete nochmal und erklärte mich auch noch „Ich kann gerade nicht aufmachen, ich zieh ihn gerade um, Entschuldigung. Um was geht es denn?“ Wieder nichts. Irgendwann fragte mein Schüler mich mit wem ich denn redete. Ich fragte ihn ob er das Klopfen denn nicht gehört hatte,er verneinte.

Heute war ich zu Besuch bei einem, naja nennen wir es mal Bekannten, ich hab mich schon öfters mit ihm getroffen, hatte keine Gefühle für ihn er schon also schrieb ich ihm dass da nichts ist und auch nicht sein wird und wir uns nicht mehr sehen sollten wenn er Gefühle hat, ich will ihm ja keine falschen Hoffnungen machen, die alte Leier eben. Er bestand darauf dass wir uns trotzdem sehen damit wir darüber reden könnten. Also holte er mich ab und wir chillten bei ihm, hörten Musik, redeten über die Arbeit, Freunde und Gott und die Welt. Bis er auf einmal nicht aufhörte mich eindringlich anzuschauen. Ich fragte ihn was das sollte, er antwortete nicht und küsste mich. Ich drehte mich weg und er küsste mich weiter. Er hielt mein Gesicht und Küsste mich. Er fing an meinen Hals und meine Schultern zu küssen, als ich ihn wegdrücken wollte nahm er meine Hand, mit der anderen ging er unter meiner Kleidung. Nach kurzester Zeit konnte ich mich „befreien“. Er wurde Aggressiv. „du willst keine Beziehung, gut, dann können wir ja nur spaß haben“ und versuchte es wieder. Ich drückte ihn weg machte ihm klar das er das ganz schnell vergessen kann da ich sonst das ganze Haus und wenn es sein muss die ganze Straße zusammen schreie - er hörte auf. War dennoch Aggressiv.. Ich ging aus dem Raum um ihn runterkühlen zu lassen und fragte ihn dann ob er mich heim fuhre. Was er auch tat, auch mit einem sehr aggressiven Fahrstil, ich weiß gar nicht wie oft man uns angehubt hat und ob wir geblitzt wurden. Er schoß mit 85 durch die 50er zohnen aber ich kam zu Hause an. Warum ich das schreibe und was das mit den Männern zu tun hat? Ich ging zu aller erst duschen und wollte dann raus. Also ging ich spazieren, bis ich mich wieder verfolgt fühlte und einen Mann sah. Nichts unbekanntes, jedoch nach dem Abend doppelt unangenehm. Ich ging weiter, wieder ein Mann, und wieder und wieder. Sie tauchten auf, verschwanden gleich und waren sofort wieder woanders. Als würden sie mich einkreisen. Als ich dann wieder meinen Papa hörte wurde mir das ganze zu viel und ging schnell wieder auf den gleichen Weg zurück in die WG. Da ich panisch um mich schaute, schaute ich nicht auf den Weg bis ich auf einmal auf etwas dappte.. Ich schaute nicht lange nach was es war, nur sah ich das Blut und Fell und mein Fuß direkt darauf. Ich rannte los, bis ich bemerkte dass auf dem Hinweg kein totes Tier auf dem Boden lag und auch kein Auto den weg jetzt gefahren ist, also hatte ich mir das auch nur einbildete. Ich rannte weiter bis ich die anderen WGler und andere Freunde hören konnte. Ich war erleichtert und lief wieder entspannt, bis auf einmal ein Mann um die Ecke ging, es ist schon sehr spät und der Mann war wirklich groß und kräftig gebaut. Also blieb ich stehen und fing ungewollt an zu zittern, ich schaute kurz den Berg hoch und überlegte ob ich ihn hochlaufen solle.. wollte nochmal zu dem Mann schauen und er war weg. Keine Chance dass er irgendwo abgebogen wäre oder sonst was. Ich hatte ihn mir wieder nur eingebildet. Wie gesagt ich hatte das immer gut unter Kontrolle aber mittlerweile vermischt sich das ganze einfach. Ich erkenne nicht mehr so schnell was echt und unecht ist und das macht mir schweine Angst. Außerdem hab ich mir gedacht dass irgendwie eine falsche Berührung auch damals der Auslöser war, warum das alles mit den Männern angefangen hat, da es heute nach den ungewollten Berührungen so extrem war, jedoch war da einfach nichts? Oder ich hab irgendwas so erfolgreich verdrängt?

Freitag, 19. Dezember 2014

19.12.2014: Das Jahrmarkt-Gefühl

Ein Haufen kleiner bunter Scherben ist alles was über bliebe, wenn man ein Kaleidoskop auseinander nehmen würde, man müsste es nicht einmal zerschlagen, sondern nur vorsichtig öffnen. Das ist nichts neues und daher keine erschütternde Erkenntnis, aber ist es nicht ein schönes Sinnbild? -Das augenscheinlich Wundervolle, Das Schöne das Makellose ist nur ein müder Trick bauend auf ein paar Glasscherben und leicht begeisterungsfähigen Menschen. Ist das Kaleidoskop nicht vielleicht ein Sinnbild für ein Gefühl, dessen Namen ich nicht kenne.. Das Gefühl von Verliebtheit nur der Verliebtheit wegen. Gibt es solch ein Gefühl, solch eine verarsche unserer Empfindung? Ich denke ja, zum Beispiel, wenn man ohne besondere Aussichten im Nieselregen steht, auf den Bus wartet, die eigenen Gedanken schweifen lässt und mich Regen tänzeln lässt und so gerne etwas bestimmtes, etwas was einen ausfüllendes Gefühl geben würde. Ein Gefühl wie ein Jahrmarktbesuch. Ein leichtes Kribbeln im Bauch durch das Kettenkarussell, welches sich immer zu schnell, aber doch nie schnell genug dreht. Das Gefühl, wie in der hoch schnellenden Gondel jegliche Bodenhaftung zu verlieren. Geblendet durch das viele Geglitzer und die Neonlichter hat man den Eindruck in einer anderen Welt zu stecken. Das Gekicher anderer fremder Menschen, die dröhnige Stimme des Autoscooterbetreibers, quietschende Kinder verwirren die eigene Wahrnehmung und lassen das eigene Lächeln zu einem adrenalingepushten Dauergrinsen erstärken... - Wenn all diese Empfindungen einen außerhalb eines Jahrmarktes beschleichen, dann ist dies klar zu benennen: Verliebtheit.
Wunderschön wie die Bilder des Kaleidoskops, allerdings nicht von vielen Scherben erzeugt, sondern von Menschenhand gemacht; von dem Menschen dem dein Herz gehört.
Doch was ist, wenn man diese Verliebtheit wie ein Kaleidoskop auseinander nimmt? Führt das nicht zu schrecklichen Enttäuschungen ähnlich wie bei unserem Kaleidoskop? Führt es nicht zu Fällen, in denen die Verliebtheit vielmehr ein Produkt der Einsamkeit und Sehnsucht ist? Der Sehnsucht nach einem schönem "Jahrmarkt"-Gefühl das einem überkommt, wenn man auf seinen Bus wartet, aber niemand auf einen. Es sind dann Fälle in denen Menschen meinen schwer verliebt zu sein, sich in Wirklichkeit aber bloß nach dem Kick des Jahrmarktes sehnen und den Wunsch danach auf die naheliegendste projizieren. Und ist das nicht der Moment, in dem viele, als Projektionsfläche der Emotionen wahrhaft verliebte Herzen brechen? - in viele kleine bunte Scherben..
 

Montag, 1. Dezember 2014

01.12.2014 Das Dezember-Syndrom

Vom Nachdenken, Grübeln und Hinterfragen

Es gibt wenige Tage im Jahr gegen die ich irgendwas habe. Wenn ich aber an einem Tag grundsätzlich ins Nachdenken komme, dann am 1. Dezember. Der erste Tag im letzten Monat des Jahres ist für mich wie der Glockenschlag für einen Läufer, der sich auf seine letzte Runde begibt.

Nicht erst, wie viele das tun, in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr, hinterfrage ich, was in meinem Leben in den vergangenen 11 Monaten passiert ist, sondern schon an diesem Tag. Denn schließlich hätte man - rein theoretisch gesehen - ja immerhin noch genau einen Monat um eventuelle „Missstände“, die man nicht mit ins neue Jahr nehmen will, zu ändern, um dann am Neujahrstag um Mitternacht glücklich und zufrieden mit Freunden oder Familie und einem Glas Sekt anzustoßen.

Nun begebe ich mich also mal wieder auf die letzte Runde. Aber im Gegensatz zu einem Läufer, der schon 11 Runden hinter sich hat und sich eigentlich nur so auf das Ziel freuen müsste, breche ich, wie auch schon in den vergangenen Jahren, auf dieser letzten Runde ein. Zu viele Gedanken, zu viele Fragen…

Da denke ich an Momente, in denen ich als einsamer Läufer meine Runden gedreht habe und an Zeiträume in denen ich problemlos, gerne und unbeschwert mit Freunden im Gleichschritt gegangen bin. Ich denke einerseits an glückliche Momente in denen ich gesprintet bin und nur so gesprüht habe vor Lebensfreude, andererseits an Zeiträume in denen ich langsam und keuchend nur beschwerlich einen Fuß vor den anderen setzen konnte und manchmal sogar auf die Hilfe anderer und auch professionelle angewiesen war, um nicht aufzugeben.
Es gab Situationen in denen mein Lauf durch dieses Jahr einfach nicht voran gehen wollte und, im Gegensatz dazu, Abschnitte, die viel zu schnell vorübergingen.

Und nun grüble ich wieder und wieder… bin nicht richtig zufrieden, wie mein diesjähriger Lauf verlaufen ist. Weiß aber auch, dass ich nicht grundsätzlich selbst daran schuld bin. Weiß aber ebenso nicht, was ich hätte besser machen können… vielleicht auch noch nicht und so werde ich in den nächsten Tagen weiterlaufen: nachdenklich, grübelnd und hinterfragend… aber ob das eine gute Ablschlussrunde ist, ist auch fraglich. 

Montag, 17. November 2014

Montag: Schicksal.

Ich glaube an Karma. An Wunder. An die große Liebe und auch an Schicksal.


Glaubst du an Schicksal? An göttliche Fügung? An eine übermächtigen Kraft? Jeder von uns hat sich wahrscheinlich diese Frage schon einmal gestellt. Hat sich gefragt, ob unser Weg schon vorherbestimmt ist und wir eigentlich nur ein kleiner, unbedeutender Teil von etwas viel Größerem sind. Eine Figur auf einem Schachbrett, unfähig die Züge und den Verlauf des Spiels zu beeinflussen. Eine Marionette, gefangen in den Fäden eines Puppenspielers, der den nächsten Schritt bestimmt. Ein Charakter in einem Buch, dessen Geschichte von jemand anderem geschrieben wird.

www.contraste.org
Ich glaube an Karma. An Wunder. An die große Liebe und auch an Schicksal. Vor allem aber möchte ich glauben, dass wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmen können. Dass wir selber entscheiden können, welche Türen wir öffnen und welche wir wieder schließen. Welche Türen wir immer offen lassen, aber dennoch nicht betreten und durch welche wir rennen, ohne uns noch einmal umzusehen. Dass wir selber entscheiden, welchen Weg wir nehmen, wenn wir an einer Kreuzung stehen oder ob wir einfach stehen bleiben. Im Laufe unseres Lebens treffen wir viele Entscheidungen. Falsche und richtige. Schmerzliche und Freudige. Wenn wir zurückblicken, würden wir vielleicht vieles anders machen. Andere Entscheidungen treffen. Andere Wege gehen. Alles zurückspulen. Auf Anfang. Neue Entscheidungen treffen. Neue Wege gehen. Aber wenn es Schicksal ist, sind wir dann nicht genau richtig an dieser Stelle, an der wir jetzt stehen? Waren dann nicht alle Entscheidungen, die wir getroffen haben, richtig? Oder würden wir auch an derselben Stelle stehen, wenn wir andere Entscheidungen getroffen hätten, weil es eben unser Schicksal ist? Weil wir an dieser Stelle stehen sollen, unabhängig von den Wegen, die wir genommen haben? Unabhängig davon, ob wir selber entschieden haben oder der Puppenspieler am anderen Ende der Fäden?

Ich stehe hier. Am Ende eines Weges. Oder ist es erst der Anfang? Eigentlich macht das keinen Unterschied, denn ich weiß, dass ich hier verdammt falsch stehe. In diesem Moment, an dieser Stelle. Egal, ob ich falsche oder richtige Entscheidungen getroffen habe. Egal, ob ich diese Entscheidungen selber in der Hand hatte oder sie bereits auf einer Buchseite so vorgesehen wurden. Ich stehe genau hier an dieser Stelle ohne dich. Denn ich hatte ihn gefunden. Diesen einen Menschen, der es vollkommen unwichtig gemacht hat, ob es Schicksal ist oder nicht. Ob der Weg vorherbestimmt war oder nicht. Ob ich ein kleiner unbedeutender Teil einer viel größeren Sache war oder nicht. Denn ich hatte ihn gefunden. Diesen einen Menschen. Und ich stehe genau hier - ohne dich. Und Stelle einfach alles und jeden in Frage, wie soll denn etwas falsch sein wenn es sich doch so gut angefühlt hat?

Sonntag, 1. Juni 2014

01.06.2014

Sie schließt die Augen und sieht sich selbst. Als Kind. Mit ihrer Oma auf dem Spielplatz.
Mit ihrer Mama beim Spazierengehen. Gänseblümchen pflücken. Schaukeln. Malen. Basteln. Window Color malen. Kekse backen. Wie ihre Mama sie aus dem Kindergarten abholt.

Ihr Papa, wie er mit ihr tobt. Kitzelt. Lacht. Durch die Weltgeschichte reist. Abenteuer unternimmt und erlebt. Wie er abends liebevoll an ihrem Bett sitzt und kleine Geschichten erzählt und mit ihr betet bis sie eingeschlafen ist.

Ihr Kuscheltier, das immer & überall dabei war. Das sie begleitet, seit sie den singenden Hund das erstmal im Fernseh gesehen hat.

Die Musik, die sie früher, in der Grundschule, gehört hat. Die ihr Mut gemacht hat. Zu der sie geträumt und in ihrer Fantasie versunken ist.

Ihre Eltern, die immer da waren. Die sich kümmerten und sorgten.
Und trotz diesem perfekten und geschützten Zuhause, war die Kindheit nicht nur leicht und schön. Von der Grundschule in eine neue große Schule. Hänseleien. Doofe Sprüche. Zwischendurch auch mal Hauen und Schubsen. Die bösen Spitznamen.
All das verdrängt sie schnell wieder.

Wie sie in den Armen von Papa eingeschlafen ist.
Wie sie mit Mama gekuschelt hat und die Welt perfekt war.

All die schönen alten Zeiten.
Und jetzt ist sie fast erwachsen, wartet darauf, endlich 18 zu sein, unabhängig zu sein.
Einerseits möchte sie unbedingt endlich volljährig sein, feiern gehen, auf Demos und Festivals gehen, Auto fahren. Das Leben auf sich zukommen lassen & genießen. Neue Leute kennen lernen, neue Freundschaften schließen, Beziehungen haben und wieder beenden. Abenteuer erleben.

Abenteuer erleben. Ihr jetziges Abenteuer sind aber die Abschlussprüfungen und diese verlaufen nicht gerade gut. Irgendwie sehnt sie sich in diesem Augenblick nach nichts mehr, als wieder klein zu sein, in ihrer geschützten Welt mit Mama & Papa, wo nichts passieren konnte und alles gut war.

Doch heute - Streit mit Papa, weil sie nicht zum Therapeuten will und neue Wunden an ihrem Körper aufgetaucht sind.
Streit mit Mama - sie soll doch endlich mal machen, nicht immer nur angenervt und zickig sein, mal im Haushalt mithelfen oder zumindest lernen!
Und erzählen könnte sie ja auch mal, schließlich seien sie doch die Eltern. Dabei weiß sie selbst nicht was im Moment mit ihren Freunden, ihrem Kerl und in der Schule los ist.

Also nimmt sie sich ihren Plüschhund von damals, macht Lafee an und unweigerlich kommen ihr die Tränen. Aber es macht nichts, denn manchmal müssen Tränen eben sein.
Die Kindheit ist vergangen & das Erwachsensein liegt in der Zukunft… und die Zwischenzeit - nun ja, sie wird sie schon irgendwie überstehen.